Gesunder Schlaf

Interview mit Dr. Harry F. König und Dr. Yusuf Yildrim

Gesunder Schlaf

Wie wirkt sich zu wenig Schlaf auf Gesundheit, Körper, Geist und Haut aus?

Dr. König:
Zu wenig Schlaf führt zunächst zu vermehrter psychischer Anspannung und
erhöhter Stressanfälligkeit. Des Weiteren werden auch verschiedenste Körperfunktionen
negativ beeinflusst. Unter anderem sind
Darmbeschwerden, Verstärkung chronischer
Entzündungen bis zu psychiatrischen
Erkrankungen die Folgen. Auch das Schmerzempfinden wird gestärkt.

Dr. Yildirim: Schönheitsschlaf ist kein Mythos, es gibt ihn wirklich. Denn während des Schlafes werden viele Regenerationsprozesse vollzogen. In der Tiefschlafphase werden die meisten Wachstumshormone erzeugt, welche
wiederum als Botenstoff zur Zellerneuerung dienen. Bei zu wenig Schlaf wird aus diesem Grund die Haut dünner. Am schnellsten ist das durch das Entstehen von Augenringen
ersichtlich.

Wie viele Stunden Schlaf empfehlen Sie?

Dr. König:
Die ist individuell sehr unterschiedlich. Empfohlen werden regelmäßig 7 bis 8 Stunden Schlaf. Häufig zeigt sich das Problem des Überschlafs. Hierunter verstehen wir das zu lange Schlafen.

Haben Sie ein, zwei Tipps für die Zeit vor dem Schlafengehen?

Dr. Yildirim:
Einschlafrituale sind ideal, um dem Unterbewusstsein zu suggerieren, dass es nun Zeit zum Schlafen ist. Außerdem sollte man abends keinen Sport mehr machen und Alkohol vermeiden.

Dr. König: Tagsüber für ausreichend Bewegung sorgen, die Raumtemperatur im Schlafzimmer sollte zwischen 15 und 18
Grad liegen. Wichtig ist auch, abends nur leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen und sämtliche Bildschirme aus dem Schlafzimmer zu verbannen.

Wie sieht es mit dem Mittagsschlaf aus?

Dr. König: Ein Mittagsschlaf unter 15 Minuten ist lebensverlängernd (Power Napping). Allerdings sollte diese Schlafphase maximal 30 Minuten dauern, damit er nicht das Einschlafen am Abend beeinflusst.

Was bringt es, das Schlafdefizit der Woche am Wochenende nachzuholen?

Dr. Yildirim: Wichtig für einen erholsamen Schlaf ist es, einen geregelten Schlafrhythmus zu entwickeln. Untersuchungen der University of Colorado Boulder ergaben, dass dem negativen Effekt des Schlafmangels unter der Woche nicht durch langen Schlaf am Wochenende entgegengewirkt werden kann.

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